Rocca Paolina: die unterirdische Stadt von Perugia
Perugia besteht aus Ebenen – in der Geografie wie in der Geschichte. Kein Ort zeigt das besser als die Rocca Paolina, ein monumentales Bauwerk, das Papst Paul III. im 16. Jahrhundert errichten ließ, um eine rebellische Stadt zu beherrschen. Heute ist das, was von der Rocca bleibt, eine faszinierende unterirdische Stadt, die man durch eingeschlossene Gassen, mittelalterliche Bögen und stille Mauern erkundet – Zeugen einer komplexen und faszinierenden Geschichte; wenn du versteckte Wege liebst, sieh dir die verwinkelten Straßen von Perugia an.
Eine Festung, gebaut um zu dominieren
Die Rocca Paolina wurde zwischen 1540 und 1543 nach dem „Salzkrieg“ errichtet, einem Volksaufstand gegen die päpstliche Macht. Um Perugia zu bestrafen und die Kontrolle wiederherzustellen, ließ Paul III. Farnese ein ganzes Viertel – den borgo Baglioni, Zentrum der lokalen Adelsmacht – abreißen und darüber eine imposante Festung errichten, entworfen vom Architekten Antonio da Sangallo dem Jüngeren. Diese Festung sollte zugleich symbolisch und konkret sein: eine Stadt über der Stadt, ein ständiger Hinweis darauf, wer wirklich das Sagen hatte.
Eine Stadt in der Stadt: die unterirdischen Gassen
Der eindrucksvollste Teil ist das, was heute von der Rocca übrig ist: nicht mehr die militärische Festung, sondern ihr Inneres. Über die Rolltreppen, die Piazza Partigiani mit der Altstadt verbinden, gelangt man in ein Netz mittelalterlicher Straßen, die in die Struktur der Festung eingebettet wurden. Man geht buchstäblich durch die Gassen eines Geisterviertels, mit Steinwänden, alten Bögen, Falltüren, Hausresten und sogar einer Kapelle. Alles ist hervorragend erhalten, in ein gedämpftes Licht getaucht, das die traumhafte Dimension betont. Es ist ein Ort wie aus einem Gothic‑Roman oder Fantasy‑Film: ruhig, geheimnisvoll und voller unausgesprochener Geschichten.
Ein Ort des Durchgangs und des Gedächtnisses
Heute ist die Rocca Paolina ein alltäglicher Durchgangsort, den die Bewohner nutzen, um sich zwischen Bahnhof und Zentrum zu bewegen, aber sie ist auch ein kultureller Raum: Sie beherbergt Wechselausstellungen, Events und didaktische Rundgänge. Sie ist ein perfektes Beispiel dafür, wie ein Ort voller Schmerz und Unterdrückung der Gemeinschaft zurückgegeben werden kann, mit einer neuen Funktion als gemeinsames Gedächtnis. Um diese Geschichte im städtischen Kontext einzuordnen, siehe Perugia: Geschichte, Kunst und Alltag.
Kuriositäten
Die Rocca verfügte über geheime Tunnel, Lager, Gefängnisse und versteckte Ausgänge. Einige Bereiche sind noch nicht vollständig erforscht. Die Statue von Paul III., die auf der Festung stand, wurde von den Peruginern beim ersten passenden Anlass gestürzt. Viele Besucher sind beeindruckt vom unwirklichen Schweigen und dem Duft von Stein und Geschichte zwischen den Mauern.
Die Rocca Paolina besuchen
Freier Eintritt Täglich geöffnet Zugang über die Rolltreppen von Piazza Partigiani oder von Corso Vannucci (nahe den Giardini Carducci) Ideal an heißen oder regnerischen Tagen, für eine suggestive Pause
Wo übernachten, um dieses einzigartige Erlebnis zu leben
📍 WellStay Perugia Downtown: nur wenige Schritte vom oberen Eingang der Rocca Paolina, perfekt für alle, die im Herzen der Stadt übernachten und alles in Reichweite haben wollen. 📍 WellStay Perugia Train Station: praktisch für alle, die mit dem Zug ankommen und die Rocca über die Rolltreppen von Piazza Partigiani erreichen möchten, wobei der gesamte unterirdische Weg genossen wird. Die Rocca Paolina ist nicht nur ein Monument: Sie ist eine Reise in die Zeit. Ein Ort, an dem Perugia sein verborgenstes Gesicht zeigt, geprägt von Geschichte, Widerstand und versteckter Schönheit. Wenn du einen zusätzlichen Tag hast, kannst du den Besuch mit einem Ausflug zu den Hügeln des Trasimenischen Sees verbinden.